Über mich
Wenn Nähe, Sicherheit und Vertrauen nicht selbstverständlich sind
Ich bin Adoptivkind.
Und ich kenne dieses Gefühl, nicht selbstverständlich dazuzugehören – nicht nur aus meiner Arbeit, sondern aus meinem eigenen Leben.
"Manche Erfahrungen beginnen so früh, dass wir lange keine Worte dafür haben."
Lange war da dieses innere Abgetrenntsein: von mir selbst, von meinen Gefühlen, von meinem Körper und von dem Vertrauen, wirklich willkommen zu sein. Ich war angepasst, still, schüchtern und immer darauf bedacht, alles richtig zu machen. Ich sagte ja, auch wenn ich nein fühlte. Ich hielt zurück, was in mir lebendig war: Wut, Trauer, Angst, Sehnsucht, Ohnmacht.
Nicht, weil ich schwach war. Sondern weil ein Teil von mir früh gelernt hatte: Wenn ich geliebt werden will, darf ich nicht zu viel sein. Nicht zu laut. Nicht zu traurig. Nicht zu wütend. Nicht zu bedürftig.
So lebte ich lange das Leben der anderen, um dazuzugehören.
Heute weiß ich: Was damals wie Anpassung aussah, war ein Schutz. Mein Körper, meine Angst und meine Überempfindsamkeit waren keine Fehler. Sie waren Ausdruck meiner tiefen Sehnsucht nach Sicherheit, Verbindung und einem Platz, an dem ich einfach sein durfte.
Was ich nicht fühlte,
zeigte mein Körper
Er zeigte mir, wie viel ich zurückhielt, herunterschluckte und in mir festhielt. Über viele Jahre waren da Schlafstörungen, innere Anspannung, wiederkehrende körperliche Beschwerden, Erschöpfung und schließlich ein Burnout.
Damals verstand ich noch nicht, dass mein Körper nicht gegen mich arbeitete.
Heute sehe ich es anders: Er hat mich mit seinen Signalen erinnert. An alte Angst. An nicht gefühlte Gefühle. An die tiefe Unsicherheit, ob ich wirklich bleiben darf, wenn ich so bin, wie ich bin.
Aber erst viel später begann ich zu verstehen, dass Heilung nicht allein über den Kopf geschieht. Ich konnte meine Geschichte nicht einfach wegdenken. Ich musste lernen, meinem Körper zuzuhören, meine Gefühle wieder wahrzunehmen und mich nicht länger für das zu verurteilen, was in mir lebendig war.
Auf diesem Weg begegnete mir auch die Arbeit mit dem Nervensystem.
Vielleicht kennst du das: Manchmal reicht ein Wort, ein Blick, ein Geruch oder eine Stimmung — und etwas in uns reagiert, als wären wir wieder in der alten Situation. Ein sehr alter, aber nicht mehr passender Schutzmechanismus.
Für mich begann Veränderung dort, wo ich aufhörte, mich selbst zu bekämpfen. Ich lernte, meine Gedanken und Gefühle zu beobachten, statt mich mit ihnen zu verwechseln. Ich gab meiner Wut, meiner Trauer, meiner Ohnmacht und meiner Angst Raum, um endlich wieder mit mir in Verbindung zu kommen.
Zahlen, Daten, Fakten
Meine Qualifikation
Typisch Veronika
11 Fakten über mich
#kindgeblieben
Handstand statt erwachsen
Ich bin 56 und mache unterwegs bis heute einfach mal einen Handstand oder balanciere über Mauern. Ich streichle immer noch fast jedes Tier und rette auch gern mal Bienen aus dem Teich. Und ja - ich rede nicht nur mit Tieren, sondern auch mit Pflanzen.
#naturrettetmich
Raus und ich bin wieder bei mir
Geht es mir nicht gut, gehe ich raus in die Natur. Am liebsten in den Wald oder auf den Berg. Auf dem Weg stelle ich Fragen und bin jedes Mal gespannt, was mir als Antwort begegnet oder vor die Füße fällt.
#keinschema
Kein Konzept ist mein Konzept
Ich lebe und arbeite nicht nach festen Konzepten. Ich hinterfrage und höre stark auf mein Bauchgefühl. Jeder Mensch ist anders. Das, was wirklich hilft, liegt oft zwischen all den Konzepten.
#ehrlichstattnett
Lieber echt als angepasst
Ich bin grundehrlich - inzwischen auch zu mir selbst. Unbequemes spreche ich aus: Vor allem wenn es um Ungerechtigkeit, emotionale Kälte oder Wegschauen geht. Lügen kann ich nicht und Smalltalk nur begrenzt.
#lernenundwachsen
Ich will das Leben verstehen
Bücher, Seminare, Podcasts und echte Gespräche begeistern mich. Es gibt noch unendlich Vieles, was ich lernen und verstehen möchte. Mich weiterzuentwickeln, neue Blickwinkel zu entdecken und offen zu bleiben, bedeutet für mich Leben.
#bauchvorverstand
Mein Bauchgefühl ist oft schneller als mein Kopf
Viele Entscheidungen treffe ich aus dem Bauch.
Mein Verstand diskutiert gern - mein Bauchgefühl nicht.
Es kennt mich gut und bewahrt mich oft vor Umwegen.
#verbindungsofort
2 Minuten und wir sind mittendrin
Ich treffe jemanden Fremdes und zack, landen wir in einem sehr persönlichen Gespräch. Ob Müllmann, Waschmaschinenmonteur oder jemand im Supermarkt vor dem Kühlregal. Plötzlich geht´s um Beziehung, Lebensthemen, Probleme.
#triggerundwachstum
Alte Wunden - neue Wege
Bis heute begegnen mir Trigger, die blitzschnell alte Wunden aufreißen. Mein Körper gerät sofort in Stress, Emotionen übernehmen die Führung. Widerstand hilft nicht. Annehmen, alles durch den Körper laufen lassen, atmen, bewegen. Ich frage: Was braucht mein Körper, was brauche ich? Sichere Verbindung entsteht, Neues wird integriert.
#adhsundkreativität
Mein Kopf braucht Begeisterung
Meine ADHS-Symptomatik ist heute mein Wegweiser.
Begeistert mich etwas, bin ich fokussiert, kreativ und stundenlang voll da. Passt etwas nicht zu mir, meldet sich sofort Chaos im Kopf. Schnell werde ich unruhig, lenke mich ab und rutsche in Stress und Selbstabwertung.
#anderssein
Anderssein begeistert mich
Ich liebe Gespräche mit Menschen, die in kein Raster passen: Menschen mit ungewöhnlichen Wegen, eigenen Gedanken und einer ganz eigenen Sicht auf das Leben.
#feinfühligstattzuempfindlich
Hochsensibel: früher überlebenswichtig - heute ein Segen
Intensiv und schnell fühle ich, was im Außen passiert: Stimmungen, Emotionen, Geräusche. Ich „höre“, was zwischen den Zeilen steht. Meine Herausforderung: Mein Nervensystem nicht durch die vielen Reize zu überlasten.
Sätze wie “sei doch nicht so empfindlich - es ist doch gar nicht so laut“ laufen heute ins Leere. Ich setze gesunde Grenzen und erlaube mir meine Pausen.
